Gebet von Andreas Malessa

Bin überreich beschenkt (GEBET)

Reich, du machst mein Leben
wirklich reich und gut.
mit einem Gut,
das zu erreichen sich lohnt.
Und dessen Wert sich ständig vermehrt
mit jedem Menschen der mich prägt,
der mich liebt und erträgt.

Ich bin reich, manche Begegnung
macht mich reich und froh.
Wenn mich beeindruckt
wie ein anderer lebt,
dann lern ich viel und komme dem Ziel
ein gutes Stück näher.

Bin überreich beschenkt
Mit so viel Kapital,
weil du, mein Gott,
mir liebevolle Freunde gibst.
Wie sich das weiße Licht
in bunte Farben bricht,
so seh’ in vielen Menschen
ich auch dein Gesicht.

Ruhig, tragende Treue
macht mich ruhig und frei.
Wenn mir ein Mensch
trotz meiner Fehler vertraut,
mich hinterfragt durch das, was er sagt
und dennoch fest bei mir bleibt,
meine Ängste vertreibt.

Ruhig, solche Gemeinschaft
macht mich ruhig und stark.
Es gibt mir Kraft, dein Wort
von Freunden zu hörn.
Bin fasziniert, bin persönlich berührt,
dass du, Gott, so nah bist.

Bin überreich beschenkt.

Andreas Malessa

Quelle

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Frieden

Ich habe eine Vision,
nach der alle Menschen in Frieden leben,
genug Nahrung und ein Obdach haben,
nach der alle Kinder geliebt und ihre Talente gefördert werden,
nach der das Herz wichtiger ist als der Kopf
und Weisheit mehr geachtet wird als alle äußeren Reichtümer.
In dieser Welt herrschen Recht, Gerechtigkeit und Gleichheit.
Die Natur wird geachtet,
das Wasser strömt rein und klar dahin
und die Luft ist frisch und sauber.
Pflanzen und Bäume werden umsorgt
und alle Tiere werden respektiert und mit Güte behandelt.
Glück und Lachen findet man überall.
Und die Menschen wandeln Hand in Hand mit den Engeln.
Danke für die Liebe, das Verständnis, die Weisheit, den Mut und die Demut,
meinen Teil zur Verbreitung des Lichts beitragen zu dürfen.

von Diana Cooper

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Irischer Weihnachts- und Neujahrswunsch

Nicht, dass keine Wolke des Leidens über dich komme,
nicht, dass dein künftiges Leben ein langer Weg von Rosen sei,
nicht, dass du niemals eine Reueträne vergießen mögest,
nicht, dass du niemals Schmerz fühlen solltest,
nein, das alles wünsche ich dir nicht.

Denn Tränen reinigen das Herz,
Leid adelt die Seele,
Schmerz und Not bringen uns
dem liebevollen Kind von Bethlehem näher
und sichern uns den Trost seines Lächelns.
Mein Wunsch für dich ist:
dass du in deinem Herzen immer bewahren mögest
die goldene Erinnerung an jeden reichen Tag deines Lebens.
Dass du tapfer seiest in der Stunde der Prüfung,
wenn das Kreuz auf deine Schultern gelegt wird,
wenn der Berg, den du zu besteigen hast, überhoch scheint
und das Licht der Hoffnung sehr fern.
Dass jede Gabe, die Gott dir geschenkt hat,
wachsen möge mit den Jahren und dass sie dir dazu diene,
die Herzen derer, die du liebst, mit Freude zu erfüllen.
Dass du in jeder Stunde einen Freund habest,
der der Freundschaft wert ist,
dem du vertrauend die Hand reichen kannst,
wenn es schwer wird,
mit dem du den Stürmen trotzen
und die Spitzen der Berge erreichen kannst.
Und dass in jeder Stunde der Freude und des Leides
das freudebringende Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
mit dir sei und dass du in Gottes Nähe bleibest!

Aus Irland

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Der Stein

Der Stall zu Bethlehem, wo das Christkind geboren werden sollte, war nicht gerade komfortabel eingerichtet. Schließlich hausten ja auch Tiere darin. Zum Inventar gehörte ein alter grauer Stein, den der Bauer benützte um seine Sense zu wetzen. Der Stein war hart und gefühllos, und das mußte er auch sein, wenn dauernd auf ihm herumgeschlagen wurde. Ob er vielleicht auch so etwas wie eine Seele besaß, konnte niemand sagen, das heißt, vielmehr hat sich keiner darüber Gedanken gemacht. Unbeweglich ließ der Stein alles mit sich geschehen, so auch die himmlischen Vorbereitungen für die Geburt des Christkind.

Als das heilige Kind dann in der Nacht geboren war, hatte es zwar eine Krippe, etwas Stroh und ein paar Windeln, aber das zarte Köpchen lag auf dem groben, harten Stroh, und es war auch nicht ein kleines, noch so winziges Kissen vorhanden, daß hätte daruntergeschoben werden können. Die Engel aber durften nicht eingreifen, denn schließlich stand es so geschrieben, daß das Kindlein arm und bloß da liegen müsse.

Der Stein hatte das ganze Geschehen bewegungslos verfolgt; denn was ging es ihn schon an, um ihn kümmerte sich doch auch keiner. Die Mutter Maria aber in ihrer Hilflosigkeit ob des Kindleins Armut schlug die Hände vors Gesicht und fing leise, aber schmerzlich an zu weinen.

Da erweichte der Stein, denn er hatte noch nie einen Menschen weinen sehen. Und in dem Moment, wo alles Harte, Beengende von ihm abfiel, erwachte ein Glücksgefühl in ihm, das er bis dahin nicht gekannt hatte. Je mehr aber dieses Glücksgefühl von ihm Besitz ergriff, um so weicher und wohliger wurde er. Und weil er der Mutter Maria eine Freude machen wollte, schlüpfte er flugs in die Krippe und legte sich dem Christkind unter das Köpfchen.

Der heilige Josef hatte die Szene beobachtet und den Stein mit Mißtrauen bedacht. Weil aber das Chriskind zufrieden lächelnd eingschlafen war, meinte er, daß es damit schon seine Richtigkeit haben müsse. Nun hörte auch Maria auf zu weinen und streichelte das Kind und auch den Stein, der sich anfühlte, als wäre er aus samtenen Daunen.

Seit dieser Nacht gibt es das Wort:
“Jemand hat geweint zum Stein erweichen.”

Verfasser leider unbekannt

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Weihnachten bei den Tieren

Die Tiere stritten sich darum, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
„Das ist doch vollkommen klar“, sagte der Fuchs: „Gänsebraten! Was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“
Der Eisbär hielt dagegen: „Schnee muss sein, ganz viel Schnee! Weiße Weihnachten, das ist fein!“
Das Reh widersprach: „Der Tannenbaum muss her, ohne Tannenbaum gibt´s kein ordentliches Weihnachtsfest!“
„Aber nur nicht mit so vielen Kerzen“, heulte die Eule, denn: „Schummrig und gemütlich muss es sein! Auf die richtige Stimmung kommt´s an!“
„Wenn ich kein neues Kleid bekomme“, tönte der Pfau, „dann kann ich Weihnachten vergessen!“
Und die Elster krächzte dazu: „ Ganz recht! Schmuck muss her, ein Ring, ein Diamant, eine Halskette! Dann ist für mich richtig Weihnachten!“
„Und was ist mit dem Stollen? Und mit den Keksen?“, brummte der Bär.
Der Dachs dagegen erklärte: „Macht´s wie ich: Pennen, Pennen, Pennen! Weihnachten heißt für mich: mal so richtig ausschlafen!“
„Und saufen!“, dröhnte es aus dem Ochsen, mal so richtig saufen und dann schlafen ohne Ende!“

Doch dann schrie er plötzlich, der Ochse: „Au!“ Der Esel hatte ihm einen kräftigen Huftritt verpasst. „Du Ochse, denkst du denn gar nicht an das Kind??“

Da senkte der Ochse voller Scham den Kopf und sagte: „Das Kind, ja richtig, das Kind ist doch die Hauptsache!“ Dann fragte er den Esel: „Du Esel, wissen das die Menschen überhaupt?“

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Irisches Sprichwort

Ich wünsche dir …

… dass du arbeitest, als würdest du kein Geld brauchen.
… dass du liebst, als hätte dich noch nie jemand verletzt.
… dass du tanzt, als würde keiner hinschauen.
… dass du singst, als würde keiner zuhoren.
… dass du lebst, als wäre das Paradies auf Erden.

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Der Leuchtturmwärter und das Öl

Es war einmal ein Leuchtturmwächter.

Täglich verbrannte er soviel Öl wie nötig war, um den Schiffen den Weg zu weisen, und sorgte gleichzeitig auch für den Nachschub.
An einem Festtage wollte er ein besonders großes Leuchtfeuer entfachen und verbrauchte deutlich mehr Öl. Er bediente sich hierzu des Vorrats für den nächsten Tag. Und weil ihm das große Feuer besonders gut gefiel, verbrauchte er am darauffolgenden Tag wieder mehr als üblich.

In der Freude und Begeisterung für das schöne Leuchtfeuer beachtete er jedoch nicht, dass er für vermehrten Nachschub sorgen musste. Es dauerte nicht sehr lange, bis er nicht mehr über genügend Öl verfügte, um auch nur die allerkleinste Flamme zu entfachen oder das Feuer zu erhalten.
Es erlosch, und der Leuchtturmwächter konnte sich nicht nur nicht mehr an einem großen Feuer erfreuen, er verlor auch seine Stelle.

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Irischer Segenswunsch

Mögen aus jedem Samen, den du säst,
wunderschöne Blumen werden,
auf dass sich die Farben der Blüten in deinen Augen spiegeln
und sie dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Irischer Segenswunsch

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Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

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Gebet des Franz v. Assisi

Herr,
mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr,
lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird vergeben;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Auch zu finden: Gotteslob 29, 6

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